Verein Berliner Köche 1841 e.V.

Küchenmeisterinnung zu Berlin

Verein Berliner Köche 1841 mit Küchenmeister - Innung zu Berlin e.V.

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Weihnachtsfeier 2004

„Es macht Spaß und man lernt eine Menge dazu“

Jugendgruppe des Vereins Berliner Köche 1841 mit Küchenmeister Innung zu Berlin startet durch / Erstmalig ein Vier-Gang-Menü selbständig entwickelt und zubereitet / Viel Lob bei der traditionellen Weihnachtsfeier.

Schon zum Auftakt der traditionellen Weihnachtsfeier, zu der der Verein Berliner Köche 1841 mit Küchenmeister – Innung zu Berlin e.V. wiederum ins IB – Ausbildungshotel am Kurfürstendamm eingeladen hatte, würdigte Vorsitzender Thomas –A. Jarocki das Wirken der Jugendgruppe als festen Bestandteil kontinuierlicher Vereinsarbeit. Das biete dem Nachwuchs zusätzliche Möglichkeiten bei der Aus- und Weiterbildung, fördere Kreativität, Selbstbewußtsein und Verständnis für den Berufsstand.

Im Oktober 2002 gegründet, arbeitet die Jugendgruppe, die in der Regel um die zehn Mitglieder zählt, längst nach festen Plan. Die jungen Leute kommen aus den Mensen der Berliner Universitäten und Hochschulen sowie renommierten gastgewerblichen Betrieben. Die Arbeitspläne entwickeln sie nach gründlicher Diskussion selbst und setzen sie von Monat zu Monat konsequent um. Das ist vor allem auch ein Verdienst der beiden Jugendwarte des Vereinsvorstandes Ralf heuer und Kaj Jensen, zwei erfahrene Küchenmeister.

So standen beispielsweise 2004 die Zubereitung von Lamm bzw. Wild, der Besuch eines Gutshauses mit Schlachthof und die Besichtigung des Hotel Adlon auf dem Programm. Ganz selbstverständlich führte der Küchendirektor der Nobelherberge seine angehenden Kollegen durch sein Reich.

Nach einem ersten Brainstorming gehören ein Kochduell, eine Exkursion nach Bremerhaven mit Unterstützung des Unternehmens Deutsche See und der Besuch eines Wildzerlegungsbetriebes in Waren an der Müritz zu den Vorhaben im neuen Jahr.

Höhepunkt und zugleich eine Premiere war 2004 die Zubereitung das Vier-Gang-Menü für die Weihnachtsfeier, bei dem ausschließlich frische Produkte eingesetzt wurden.

Fünf junge Leute aus dem zweiten und dritten Lehrjahr engagierten sich an zwei Nachmittagen beim schneiden des Grün- und Rotkohls, bei Formen der Kartoffelklöße, beim Braten der Gänsekeulen bis zum Zubereiten des Desserts.

Natürlich gab es beim Vorbereiten, Zubereiten und Anrichten hier und da noch einen Hinweis von Ralf Heuer und Kaj Jensen, aber einmischen mußten sich die beiden nicht.

Auf den Tisch kam dann schließlich mit viel Beifall bedacht folgendes Menü:

Fischterrine mit Rauchaal und Krabben-Blumenkohlmus auf zweierlei Soßen
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Waldpilzpunsch mit Haselnußnocken
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Knusprige Gänsekeule mit Rotkraut, Grünkohl, gefülltem Bratapfel und Kartoffelklößen
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Lebkuchenparfait auf Hagebuttenspiegel

Warum sie viele Stunden ihrer Freizeit das ganze Jahr über für die Mitarbeit in der Jugendgruppe einsetzen? „Es macht Spaß und man lernt eine Menge dazu“, so die übereinstimmende Antwort von Mareike (19), Jennifer (18), Sandra (19), sowie Sebastian und Stefan (beide 18). Außerdem lerne man- und das nicht nur bei einem Weihnachtsmenü – dabei Dinge kennen, die im Küchenalltag selten sind. „Ein Stück Weiterbildung also“.

So sehen das auch erfahrene Vereinsmitglieder und Küchenmeister wie Walter Schätzle, seit 56 Jahren im Beruf. Das erstmalig von den jungen Leuten selbstständig entwickelte und zubereitete weihnachtliche Menü sei ein Beweis dafür, was gezielte Nachwuchsarbeit vermag.

Dem schloss sich auch Theo Spindler, Küchenmeister mit 65jähriger Berufserfahrung sowie langjähriger Prüfer an. Angesichts solcher initiativen und Leistungen der Jugendgruppe des Vereins sei ihm die Zukunft des Berufsstandes nicht bange.

Und Peter Mahler, 54 Jahre Mitglied der weißen Zunft, befand,
„das Menü hatte Prüfungsniveau“. Er wünscht sich noch mehr Einsicht bei den Ausbildern dahingehend, dass die Mitarbeit in der Jugendgruppe und die dafür benötigte Zeit nicht nur für die jungen Leute lohnend ist.

Und noch einmal gab es an diesem Abend anerkennende Worte und viel Beifall für einen langjährigen Mitstreiter der Berliner Köchezunft.

Für sein Wirken im und für den VKD, z.B. im Landesverband Berlin-Brandenburg sowie als Ausbilder in der Berliner IB-Einrichtung Schlachtensee wurde der Küchenmeister Heinz Kontovski zum Ehrenmeister ernannt und mit der Goldenen Meisternadel ausgezeichnet.

Bodo Rehboldt

 

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Stand: 01. April 2010